Entwickler sind frustriert über Ausmaß der App-Piraterie

Aufgegeben: Statt 99 Cent ist Dead Trigger nun kostenlosBei App-Entwicklern, die Geld für ihre Arbeit verlangen, herrscht blankes Entsetzen über den Anteil der App-Piraterie. Beim Spiel Football Manager Handheld 2012 kam auf einen Kauf, neun illegal kopierte Versionen.

It’s really disappointing that there are so many people out there who love our work, and spend countless hours being entertained by it, but don’t think we deserve to get paid for that entertainment,“ sagt Miles Jacobson von Sports Interactive dem Eurogamer,  „There are no excuses for any form of piracy – if you don’t want to pay the price set for a game, don’t pay it, and don’t play it! Gaming is an entertainment form, it’s not a human right.“

Das Shooter-Spiel Dead Trigger von Madfinger Games hatte trotz des günstigen Preises von 99 Cent eine Kopierrate von 80 Prozent. Das Spiel ist jetzt kostenlos. Im Interview mit Pocketgamer lässt Marketing Managerin Anna Porizkova leider offen, wie das Unternehmen nun Geld für Entwicklung, Updates und Support verdienen will. Einzige Möglichkeit: Der wirtschaftliche Erfolg mit iOS trägt die Android-Version mit. Kein langfristiges Erfolgsmodell.

Im Februar zog die Berliner App-Schmiede skobbler den Stecker für ihre GPS Navigations-App. Der hohen Entwicklungsaufwand und die diversen Anpassungen an die diversen Smartphone-Modelle war nicht finanzierbar. In Apples App-Store kostet die vollwertige Turn-by-Turn Navigation mit Blitzerwarner aktuell 1,59 Euro und kann per In-App-Kauf um diverse Optionen und Stimmen erweitert werden. Skobbler wendet sich nicht gegen Andorid. Die ForeverMap bleibt im PlayStore, auch auf Amazons Kindle Fire wird man vertreten sein. Doch das ist ein geschlossenes System, auf dem die Entwickler mehr Kontrolle über ihr Produkt haben.

Auch stoeger it aus Dachau bei München zögert bislang bei einer Android-Version. Das Unternehmen hat die bankenunabhängige App iOutBank für iPhone, iPad und Mac entwickelt. Beim Online-Banking steht Sicherheit an erster Stelle. Bei wiederholten Schlagzeilen über Viren, Würmern und anderer Schadsoftware in Android-Apps, versteht man, warum das Unternehmen sich zurückhält. Hinzu kommen Bedenken beim Bezahlsystem im Play-Store. Dabei liegen die Vorteile einer solchen App auf der Hand: Umsatz- und Wertpapierkursanzeige, Überweisungen abschicken, Daueraufträge einrichten ist mit (fast) allen HBCI-fähigen Online-Konten in Deutschland möglich, hinzu kommen diverse Kreditkartenkonten sowie PayPal.

Bislang zeigte sich Google extrem ignorant bei den Bedürfnissen der Entwickler, Nutzer und Publisher, das Unternehmen hatte nur seinen Vorteil bei Android im Blick.

  • Google Checkout kann nur mit einer Kreditkarte genutzt werden. Menschen die noch nicht oder nicht mehr an eine solche Karte kommen, sind aufgeschmissen.
  • Ein Raubkopier-Schutz in den Apps.
  • Hardware-Hersteller erhalten erst nach Marktstart des Referenz-Geräts die neue Android-Version und können dann erst Anpassungen vornehmen. Das führt zu langen Wartezeiten, einem fragmentierten Andorid-Markt und Frust bei Nutzern, die schnell nicht mehr aktualisieren können, weil es die Hardware nicht mehr hergibt.
  • Publisher, wie auch diese Seite, haben keinen finanziellen Anreiz Apps vorzustellen. Außer der Bannerwerbung gibt es für Webseiten kein Google-Affiliate-Programm, mit dem man am Verkaufserfolg einer App beteiligt wird.

Bei Jelly Beans allerdings hat Google gelernt und will zwei der genannten Schwächen beheben: Nach dem Kauf im Play-Store wird ein gerätespezifischer Schlüssel mit der App gespeichert. Mit dieser App Encryption kann die Software auf keinem anderen Gerät erneut installiert werden. Außerdem sollen Gerätehersteller die Android-Version schneller erhalten, um auch Updates und Anpassungen der Benutzeroberflächen (TouchWiz, Sense etc.) schneller umsetzen zu können.

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