Das Cloud Phone – Blick in die Labore von Telefonica

TelefonicaWie viele Menschen rennen mit zwei Smartphones durch die Welt? Der Klassiker: Blackberry für den Job, ein Galaxy für den privaten Spaß. Da wäre es doch eine schlaue Lösung, beide Handys in ein Gehäuse zu packen. Mit dem Dual Persona Service arbeitet Telefonica mithilfe von VMware an einer derartigen Lösung. Dabei muss das Smartphone nicht mal zwei SIM-Karten haben. Eine reicht vollkommen, das zweite Handy wird als virtuelle Nutzeroberfläche installiert. Der Nutzer kann sich für ein Endgerät seiner Wahl entscheiden. Die IT-Abteilung seines Arbeitgebers installiert ein virutelles Blackberry auf dem Smartphone – inklusive sämtlicher Sicherheitsrestriktionen. Sämtliche Updates der Anwendungen und andere Einstellungen werden zentral aus dem Unternehmen heraus über eine Datenverbindung gesteuert, daher sprechen die Macher auch von einem Cloud-Phone.

Im Geschäftsprofil bleiben Spiele, Musik und soziale Netzwerke unterdrückt. Sie sind einfach nicht zu nutzen. Ein Fingertipp auf das Privat-Handy-Symbol wechselt zur Android-Oberfläche. Hier kann der Nutzer sämtliche Apps über sein privates Konto im Market kaufen und installieren. Dabei ist der Anwender jederzeit unter beiden Rufnummern erreichbar, solang beide beim selben Provider registriert sind. Leider bleibt der Dual Persona Service noch bis Ende 2012 Zukunftsmusik. Telefonica wird aber voraussichtlich zum Start den Dienst auf einem Samsung Galaxy SII anbieten.

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Telefonica, die in Deutschland mit der Marke O2 vertreten sind, gewährte dem Android-Fan einen Blick in ihr Corporate Innovation Center in Barcelona. Hier arbeiten 250 Entwickler, Soziologen, Psychologen und Designer an den Lösungen von Morgen. Die gezeigten Projekte reichen von E-Health über Home-Entertaiment bis zu M2M Communication (Maschine to Maschine). „Der Wettbewerb der Provider wird zukünftig über die angebotenen Services entschieden“, ist Guillermo Bataller López überzeugt. Er ist bei Telefonica in Barcelona für Transformations und Innovations-Projekte verantwortlich. Dazu gehört beispielsweise ein virtueller Laptop, bei dem der Nutzer seine Texte oder Tabellen in der gewohnten Office-Software bearbeitet und dabei nahtlos zwischen iPhone, iPad und Desktop mit Internetzugang wechseln kann. Beeindruckend sind auch Ladestationen für Elektroautos. Nach den Wünschen von López lädt der Fahrer auf dem Parkplatz von Supermärkten oder Fastfood-Ketten die Autobatterie. Über dasselbe Kabel wird zeitgleich ein Kinderfilm auf das Tablet für die Kleinen auf der Rückbank sowie ein Kartenupdate für die Navi-App im Smartphoen geladen. Noch dominieren iPhones die Gattung der Smarthones im Telefonica-Netz, doch der Android-Anteil wächst dynamischer und wird bald größer sein. Auch ein Grund, warum das Cloud Phone zuerst auf einem Android-Smartphone realisiert wird.

Provider wie Telefonica sehen die Bestrebungen von Apple, die physische SIM-Karte durch Software im Telefon zu ersetzen, überaus kritisch. Entzieht es den Netzbetreibern doch den Kundenkontakt. Um mittelfristig nicht nur als Zugangsanbieter mit stetig fallenden Preisen auf der Strecke zu bleiben, betreibt Telefonica seine Entwicklungszentren in Barcelona sowie in der Hauptstadt Madrid. Außerdem wurden kürzlich alle Aktivitäten rund um mobiles Bezahlen, Werbung, M2M sowie Unternehmens-Beteiligungen (Jajah, Tuenti und giffgaff) in der Sparte Telefonica Digital gebündelt. Unter der Leitung von Matthew Key arbeiten insgesamt 2.500 Leute an den spanischen Standorten sowie in London, São Paolo, Tel Aviv und im Silicon Valley an neuen Angeboten.
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