Alles Gute zum Geburtstag: 20 Jahre SMS

Die SMS (Short Message Service) wird 20 Jahre alt. Wer glaubt, im Smartphone-Zeitalter sei die SMS bereits Geschichte, täuscht sich. 157.200.000 SMS werden aktuell pro Tag in Deutschland verschickt. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 54 Milliarden Kurznachrichten.

Die SMS hat mehrere Väter: Der Finne Matti Makkonen entwickelte bei Nokia 1984 die Idee zu Textnachrichten, die über das Mobilfunknetz übertragen werden. Friedhelm Hillebrand (Deutsche Bundespost) und Bernard Ghillebaert (PTT, Frankreich) entwarfen im selben Jahr ein Konzept, dass sie 1985 zu Standardisierung bei den GSM-Gremien einreichten. Hillebrand ist beispielsweise dafür verantwortlich, dass eine SMS auf 160 Zeichen begrenzt ist. Er hatte Texte auf Postkarten und Telexe (Fernschreiben) analysiert. Danach enthielten diese Schriftstücke nur selten mehr Zeichen.

Es dauerte bis zum 3. Dezember 1992, bis Neil Papworth über das britische Vodafone-Netz die erste SMS vom seinem Orbitel TPU 901 PC mit dem Text: „Merry Christmas“ verschickte. In Deutschland startete der SMS-Dienst 1994 unter dem Namen D1-Alpha im Netz der Deutschen Telekom.

HGW & n1
Das Tippen der Texte war anfänglich sehr mühsam, da die Buchstaben auf 12 Tasten verteilt wurden. Erst mit der Worterkennung T9 wurde das Schreiben ab 1999 einfacher. Die Zeichenbegrenzung als auch die Tastatureinschränkungen führten zu komischen Abkürzungen und Emoticons: LOL, HGW, n1, ASAP ;-). Die SMS ersetzte so manches Telefonat: Von der Krankmeldung beim Chef bis zum Beenden einer Beziehung. Berühmte Beispiele sind Dieter Bohlens Auflösung von „Modern Talking“ per SMS an seinen Partner Thomas Anders (2003) oder Britney Spears Ehe-Aus mit Kevin Federline (2006).

Die Zukunft
Inzwischen hat die SMS mit mobilen Messengern wie Skype, WhatsApp, Facebook und iMessage starke Konkurrenz. Da die Datenübertragung bei den Smartphone-Flatrates meist inklusive ist, verdienen die Provider an diesen Nachrichten nichts. Knapp 14 Milliarden Dollar Umsatz sollen den Providern daher 2011 flöten gegangen sein, so die Marktforscher von Ovum. Bis 2016 schätzen sie die Einbußen auf weltweit 54 Milliarden Dollar für die Netzbetreiber. Die haben einen neuen Standard für die Übertragung von Texten, Video-Chats und Dateinanhängen entwickelt. Joyn steht schon länger in den Startlöchern, doch noch ist wenig davon zu sehen. Bei Vodafone gibt es den Dienst bereits, die Telekom will im Dezember 2012 starten und O2 legt 2013 los.

Joyn hat direkten Zugriff auf das Adressbuch im Handy, kann Texte, Sprache, Video und Daten übertragen. Erkennt das Betriebssystem das Handy bzw. Smartphone nicht, helfen Apps für iOS- und Android.

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