Nexus 6 – Die Tafel Schokolade am Ohr

Nexus 6 Motorola

Es bleibt süß mit dem Nexus 6. Das ist erst mal Android Lollipop, die fünfte Version des Google-Betriebssystems. Vom Schokoriegel Kitkat zum Lutscher. Doch das Nexus 6 ist der Schokolade treu geblieben – zumindest in der Form (siehe Foto). Es hat ziemlich genau die Ausmaße der gezeigten Tafel Schokolade.

Da befindet sich das Gerät von Motorola in guter Gesellschaft, schließlich ist Apples Flaggschiff, iPhone 6 Plus, auch größer geworden. Das Smartphone mit dem angebissenen Apfel hat es allerdings nur auf 5,5 und nicht auf 6 Zoll gebracht wie das Nexus 6 (15,24 cm Bildschirmdiagonale). Somit ist es genau genommen gar kein Smartphone mehr, sondern ein Phablat – also die Mischung aus Phone und Tablet.

In die Hosentasche passt das Nexus 6 bei mir gerade so, sitzen ist schon ungemütlich (immerhin verbiegt es sich nicht). Mit der Einhandbedienung wird es auch schwierig, das schaffen nur noch wenige Menschen mit großen Händen. Immerhin sind die seitlichen Schalter (Ein/Aus, Lautstärke) runtergerutscht, so dass man sie mit dem Daumen noch erreicht. Da Telefonieren die am wenigsten genutzte Funktion bei mir ist, sehe ich die Größe mal nicht als Nachteil. Denn: Man sieht schon reichlich dämlich aus, wenn man das Riesending ans Ohr hält und mit 184 Gramm wird es bei langen Telefonaten irgendwann schwer in der Hand.

Nexus 6 Motorola liegend

Bildschirm-Opulenz

Dafür entschädigt der Blick auf´s Display. Der beeindruckende Bildschirm liefert 2.560 x 1.440 Bildpunkt bei einer Auflösung von 493 ppi. Das nennt sich QHD-Display (Quad High Definition) und ist mehr als beim heimischen HD-Flachbildfernseher. Videos auf YouTube schauen, Streams bei Netflix oder Save.TV-Aufnahmen – alles eine Große Freude. Bei Spielen ist es nicht anders und mit dem nach vorn gerichtete Lautsprecher erhält man beim Nexus 6 auch akustisch gleich einen guten Eindruck von der Leistungsfähigkeit.

Unterschiedliche Nutzerprofile

Nexus 6 Lollipop

Der für mich größte Vorteil sind die unterschiedlichen Nutzerprofile. Als Familiengerät ist es enorm praktisch, für Frau und Kind eigene Profile einzurichten. Damit kann die Tochter nicht ungehindert im Play Store einkaufen bzw. Apps installieren. Meine Verläufe im Browser und YouTube bleiben unberührt. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, das ist keine Geräteeigenschaft, sondern ein Feature von Lollipop, funktioniert also auch auf anderen Geräten. Das neue Material Design von Lollipop hat mich nicht sonderlich beeindruckt. Ja, es ist ok und man gewöhnt sich schnell dran.

Dankbarer bin ich für die vielen Möglichkeiten zur Individualisierung: Vom Hintergrundbild über einen Dreh-Stopp der Inhalte ins Querformat bis zum Limit für die Datennutzung im Mobilfunknetz. In Sachen Sicherheit wähle ich bei der Bildschirmsperre zwischen Wischen, Muster, Passwort oder PIN (Zahlen). Die Übersicht, was wie stark am Akku saugt lässt keine Fragen offen. Die Menüführung ist klar und übersichtlich. Am unteren Bildschirmrand habe ich immer die drei Symbole: Dreieck (zurück), Kreis (Home-Bildschirm) und Viereck (zwischen  geöffneten Apps wechseln).

Einrichtung per NFC

WLAN Speedtest Nexus 6Diese so geschätzte Einfachheit beginnt schon bei der Einrichtung. Die Nano-SIM-Karte oben ins Gerät stecken, einschalten und loslegen. Wer Vorbesitzer eines Android-Smartphones ist, kann die NFC-Datenverbindung nutzen, um Einstellungen und Apps vom alten Gerät zu übernehmen. Das ist wirklich ein Kinderspiel. NFC auf beiden Geräten aktivieren, Geräte Rücken an Rücken halten und die Datenübernahme bestätigen. Fertig! Was für eine Arbeitserleichterung. Danke Google.

Die erste Enttäuschung tritt allerdings erst ein, als ich das Gerät mit meinem WLAN auf der 5 GHz Frequenz verbinden möchte – das Funk-Band findet das Nexus 6 nicht. Dabei hat es laut technischen Angaben einen 802.11ac 2×2 Mimo-Chip. Also zwei Antennen für schnellen Datenfunk auf dem schnellen fünf Gigahertz-Frequenzband. Komisch. An einem 50 Mbit-VDSL Anschluss mit Fritz-Box kommt der Speedtest auf gerade mal 17,57 Mbps im Download und eine Ping-Zeit von 35 Millisekunden. Ok, aber da müsste eigentlich mehr drin sein.

Nexus 6 kommt von Motorola

Nach LG (beim Nexus 5) ist nun also Motorola mit dem Nexus 6 dran. Der US-Hersteller gehörte mal zum Google-Reich, aber das war nur eine kurze Episode. Die Patente sind in Moutainview verbleiben, der Rest gehört heute dem chinesischen Unternehmen Lenovo. Ich finde mit der gewölbten Rückseite liegt das Phablet gut in der Hand. Der weiße Rücken auf dem die Kameralinse mit Blitz dominiert sieht gut aus. Allerdings hat die Form auch einen Nachteil, sie erschwert das Tippen, wenn das Phablet auf dem Tisch liegt. Sobald man Buchstaben am linken oder rechten Rand der Tastatur antippt, wackelt das Nexus 6.

Nexus 6 USB Anschluss

Angeblich sollte das Nexus 6 in der Planungsphase mit einem Fingerabdrucksensor ausgestattet werden. Der flog allerdings kurz vor Produktionsstart wieder raus. Reduktion hieß das Konzept bei Motorola, vielleicht hat man sich das bei Apple abgeschaut. An den Rändern gibt es nur den Mini-USB-Anschluss (unten), Ein-/Ausschalter und Lautstärkewippe (rechts) sowie den Kopfhörereingang und den SIM-Karten-Einschub (oben). Einen Einschub für eine SD-Karte sucht man vergeblich. Auch lässt sich das Nexus 6 nicht öffnen, der Akku ist fest verbaut. Hat man sich das auch bei Apple abgeschaut?

Nexus 5 vs 6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie dem auch sei, mit dem Nexus 6 präsentiert Motorola ein gelungenes Phablet und zumindest beim Preis hat man sich nicht an Apple orientiert. Das Nexus 6 kostet 649 Euro (32 GB) und 699 (64 GB) im Play-Store von Google.

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