Android enthält Code der NSA

NSA-Code in AndroidDas Betriebssystem Android enthält auch Codezeilen, die von der NSA (National Security Agency) beigesteuert wurden. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin gegenüber Bloomberg Businessweek. Google sei ein Open Source Projekt, bei dem jeder Programmteile beisteuern kann. „Der Android Code und deren Urheber sind öffentlich unter source.android.com einsehbar“, sagt Google-Sprecherin Gina Scigliano.

Bereits seit 2011 steuert die NSA sogenannte Security Enhancements zu Android bei. Ironischerweise sollen diese Programmelemente Apps vor Hackern schützen. Damit werde verhindert, dass Angreifer aber auch Werbefirmen Zugriff auf persönliche oder Unternehmen-Daten erhalten, die auf dem mobilen Gerät gespeichert sind.

Ob die NSA damit auch ein Hintertürchen auf die Kommunikationsdaten der Nutzer erhält, bleibt unklar. Hier müssten Programmierer den betreffenden Code Zeile für Zeile analysieren.

Bei Apple dementiert eine Sprecherin den Programmzugriff auf Code für ein Betriebssystem oder ein Produkt. Microsoft dagegen öffnete der NSA ein Hintertürchen. Video-Gespräche bei Skype, Daten im Cloud-Speicher Skydrive als auch verschlüsselte Mails auf der Plattform Outlook.com konnten die Spione mit Hilfe des Unternehmens auswerten. Wobei es dem Sicherheitsdienst vor allem um die Metadaten der Kommunikation geht. Also, wer hat, wann, mit wem und wo über was gesprochen?

Google hat in Sachen PRISM-Kommunikation einen Kehrtwende vollzogen. Während CEO Larry Page Anfang Juni 2013 eine Beteiligung des Unternehmens an den NSA-Aktivitäten komplett dementierte, ist der Konzern nun zu weitestgehender Transparenz übergegangen. Der Konzern hat in Washington beantragt alle Details zu Datenanfragen staatlicher Stellen veröffentlichen zu dürfen. Google beruft sich dabei auf den Foreign Intelligence Surveillance Act (Gesetz zum Abhören in der Auslandsaufklärung).

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Also zu groß fällt die Kritik der deutschen Kanzlerin und ihres Innenministers an den Datensammel-Praktiken der USA nicht aus. Das ist auch kaum möglich, hat der BND doch bereits seit einiger Zeit von den Erkenntnissen der Amerikaner profitiert. Es sei wie mit billiger Kleidung aus Bangladesch, zitiert die Bild-Zeitung einen Scherz aus dem Umfeld des US-Geheimdienstes, die ganze Welt, alle unsere Verbündeten lieben unser Produkt, wollen unser Produkt, aber niemand will so genau wissen, wie es hergestellt wird. Laut Innenminister Friedrich wurden dank der PRISM-Erkenntnisse weltweit 45 größere terroristische Anschlägen verhindert. Davon seinen fünf in Deutschland geplant gewesen. Die genaueren Details hierzu werden Innenministerium und NSA vermutlich nicht veröffentlichen.

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